Unsere Wurzeln – unsere Tradition

Nikolai Frederik Severin Grundtvig (dänischer Schriftsteller, Dichter, Philosoph, Historiker, Pfarrer, Pädagoge und Politiker) ist der Begründer der Idee der Heimvolkshochschule.

Sein pädagogisches Konzept war das lebendige Wort zwischen „Lehrer“ und „Schüler“. Nicht die Lehrer dozieren einen Stoff, sondern sie lernen selbst durch die Fragen der Schüler. All das unter dem Gesichtspunkt der Aufklärung. Grundtvig wollte die Schule des Lebens, lebenslanges Lernen für alle Beteiligten (insbesondere der ländlichen Bevölkerung). Das mehrmonatige gemeinsame Leben und Lernen ist verbindendes Element. Sehr verkürzt könnte man die Idee mit dem Slogan „Miteinander lernen und leben unter einem Dach“ zusammenfassen. Dieses Prinzip wird bis heute von uns verfolgt, trotzdem dass die Veranstaltungen nicht mehr über Monate gehen. In all unseren Veranstaltungen (ob nun Schnitzkurse, oder Bildungstage, oder Studienreisen), die mehrtägig sind, wird über die Wissensvermittlung hinaus Gemeinschaft gepflegt.

Diese alternative Schulidee breitete sich weltweit, besonders aber in Skandinavien aus. In Norwegen und Schweden sind die Folkehøgskole bzw. Folkhögskola auch heute noch ein Teil des staatlichen Bildungssystems.

Heute ist Grundtvig der Namensgeber eines gleichnamigen EU-Programms, das sich unter dem Sokrates-Programm der Idee des Lebenslangen Lernens widmet. Die Grundtvig-Programme bemühen sich um die Entstehung europäischer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung.

Im Jahr 1844 eröffnete Grundtvig in Rødding die erste europäische Heimvolkshochschule, die 1865 infolge des Deutsch-Dänischen Krieges nach Askov verlegt wurde. 1851 folgt die Ryslinge Højskole auf der Insel Fünen, 1856 die Marielyst højskole in Hillerød (heute Grundtvigs Højskole).

Über Norddeutschland (1919: Hermannsburg und Lindenhof, 1921: Rendsburg, 1921: Lunden, 1922: Leck und Paderborn, 1927: Oesede) breiteten sich die Heimvolkshochschulen in ganz Deutschland aus. Es gibt sowohl katholische und evangelische als auch berufsständische (Träger sind die Bauernverbände) Heimvolkshochschulen. Inzwischen gibt es in der Bundesrepublik fast 50 „Heimvolkshochschulen“. In jeder katholischen Diözese gibt es mindestens eine. Die Schulen sind auf Bundesebene organisiert im Verband der „Bildungszentren im ländlichen Raum“. Unser Schulleiter Herr Pogadl war bis Mai 2018 im Bundesvorstand.

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